Die Marktsituation - Poolmakler

Der Poolmakler verzichtet auf den eigenen Zugang zum Versicherer und erhält seine Courtagen von dem Pool. Der Poolmakler und auch sein Kunde sind gleichermaßen weit vom Versicherer als Produktgeber entfernt, da der Pool sämtlich vorhandenen Gestaltungs-, Courtage- und Kulanzrahmen bereits für seinen eigenen Profit in Anspruch genommen hat und damit dem Poolmakler und dem Kunden nicht mehr zur Verfügung steht.

Die Pools erhalten aus dieser Position eine vertrieblich bedeutsame Marktmacht, die weit über die Idee des Versicherers, durch die Pools, Großhändler und Servicepartner für seine Produkte zu etablieren, hinausgeht. Der Wettbewerbs- und Konzentrationsprozess zwischen den Pools führt zur Uniformierung von Vertriebsprozessen und Produktlinien. Der Poolmakler hat wiederum keinen eigenen Einfluss auf diese Prozesse – er verkauft also Konserven im strukturierten Vertrieb.

Die Poolgesellschaften können die existenziellen Probleme des Maklers in Bezug auf Marketing, Bestandsmanagement, KnowHow und Marktposition, sowie der immanenten Haftungsproblematik nicht wirklich lösen. Der Poolmakler wird zum haftenden Kontaktvermittler degradiert. Man muss sich sogar fragen, ob der Pool den Poolmakler bei zunehmender Automatisierung, außer als persönlichen Kontaktvermittler und -betreuer, überhaupt noch benötigt. Die Ablaufprozesse sind so stark simplifiziert, dass der Kunde eigentlich direkt mit dem Pool arbeiten könnte.

Pools tragen dieser Entwicklung mittlerweile durch die Einrichtung von Internet-Versicherungsportalen für den Kunden Rechnung. Damit ist nachvollziehbar, dass einige Pools auch von den so genannten Marktversagern profitieren, die ihre Bestände in den Pool eingebracht haben und selbst nicht überleben können.

Darüber hinaus besteht bei einigen Pools die nicht unerhebliche Gefahr des Bestandsverlustes bei Insolvenz des Pools.